Im Browser ansehen
hr2 Literaturland Hessen Newsletter
Liebe Freundinnen und Freunde des Literaturlands Hessen,

die April-Ausgabe des Newsletters widmet sich dem 17. Lesefestival "Frankfurt liest ein Buch" und Marie Luise Kaschnitz, die in diesem Jahr 125 Jahre alt geworden wäre. 
Außerdem laden wir Sie dazu ein, zusammen mit vielen anderen Lesebegeisterten am 23.4. den UNESCO-Welttag des Buches zu feiern. Die Themen Identität, Religion und Toleranz stehen im Mittelpunkt von Daniel Cohn-Bendits autobiografischem Buch "Erinnerungen eines Vaterlandslosen". In hr2-kultur ist er am 9.4. gemeinsam mit Haznain Kazim im Gespräch mit Natascha Freundel zu hören. Und in Bad Homburg stellt Adrian H. Koerfer gemeinsam mit seinem Verleger Rainer Weiss sein Buch "Das glaubt mir doch kein Mensch" vor, in dem er sich mit seiner eigenen Lebensgeschichte und dem Pädophilennetzwerk an der Odenwaldschule auseinandersetzt. 
Von den hr2-Partnerbuchhandlungen gibt's wieder in bewährter Form Lesetipps. Wir wünschen Ihnen frohe und friedliche Osterfeiertage!

"Frankfurt liest ein Buch"

Marie Luise Kaschnitz Bild © edition-w.de | Deutsches Literaturarchiv Marbach
In dem zweiwöchigen Veranstaltungsmarathon in Frankfurt vom 20.4. bis 3.5. dreht sich alles um Marie-Luise Kaschnitz' Frankfurter Jahre und ihre Frankfurter Prosa. Das Lesefestival bietet zahlreiche Veranstaltungen, Lesungen, Gespräche und Spaziergänge in der ganzen Stadt. Kaschnitz hat mit Unterbrechungen einige Jahrzehnte in Frankfurt am Main gelebt, darüber Tagebuch geführt sowie Gedichte geschrieben. Ihre schönste Frankfurt-Prosa erscheint zum Festival in neuer Zusammenstellung im Verlag Edition W. "Gott und die Welt" hat Marie Luise Kaschnitz in ihren Aufzeichnungen aus den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts beschäftigt: die anstehenden Stürme der Studentenrevolution, die drohende Kündigung ihrer Wohnung im Frankfurter Westend und damit verbundene Existenzsorgen, die Bedrohung durch technische Entwicklungen, die Veränderungen in der Natur.

Marie Luise Kaschnitz, geboren 1901 in Karlsruhe, bereiste mit ihrem Ehemann, einem Archäologen, viele Länder Europas und lebte von 1941 bis zu ihrem Tod 1974 vornehmlich in Frankfurt. Sie wurde mit der Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt, der Ehrendoktorwürde der Goethe-Universität sowie dem erstmals an eine Frau verliehenen Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet. Das komplette Programm zu "Frankfurt liest ein Buch" finden Sie hier.

hr2-kultur sendet in der Lesung ab 20.4. ausgewählte Passagen aus dem Band "Gott und die Welt", gelesen von Birgitta Assheuer: um 9.30 Uhr (Wdh. 14.30 Uhr), online bereits ab 17.4. in ARD Sounds.

Außerdem bei uns im Programm:
- Archivschätze: Marie Luise Kaschnitz in der Pappdeckelstadt, am 18.4., 14.04 Uhr
- Literaturland Hessen: Marie Luise Kaschnitz und ihr Lektor Klaus Reichert (gekürzter Veranstaltungsmitschnitt aus dem Frankfurter Goethe-Haus vom 22.4.), am 26.4., 12.04 Uhr (Wdh. 28.4., 15.04 Uhr)
- Hörspiel: Marie Luise Kaschnitz: Unternehmen Arche Noah, am 3.5., 14.04 Uhr, online ab 2.5. in ARD Sounds

Welttag des Buches 2026 - Lesen feiern!

Bild © Stiftung Lesen / Alexander Sell / Die Welle
Eine regionale Tradition ist zu einem internationalen Ereignis geworden: 1995 erklärte die UNESCO den 23.4. zum Welttag des Buches, dem weltweiten Feiertag für das Lesen, für Bücher und die Rechte der Autor*innen. Die UN-Organisation für Kultur und Bildung wurde von dem katalanischen Brauch inspiriert, zum Namenstag des Volksheiligen St. Georg Rosen und Bücher zu verschenken. Der 23.4. gilt auch als Todestag von William Shakespeare und Miguel de Cervantes.
Seit 1997 wird der Welttag des Buches mit der Gutschein-Aktion "Ich schenk dir eine Geschichte" begleitet, bei der inzwischen über 1,1 Millionen Schüler*innen von den Buchhandlungen vor Ort ein Buchgeschenk erhalten haben.
Der Förderung der Lesekompetenz hat sich auch der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und sein Vorsteher Sebastian Guggolz mit Vehemenz verschrieben. Denn wenn große Teile der Gesellschaft nicht mehr lesen können, stehe der gesellschaftliche Zusammenhalt insgesamt auf dem Spiel. Lesefreude zu verbreiten scheint in diesen Tagen zugleich noch dringlicher und schwieriger – da die Buchbranche zu kämpfen hat und unter anderem die KI an Bedeutung gewinnt. In hr2-kultur berichtet Sebastian Guggolz am 23.4. ab 17.10 Uhr, wie es dennoch gelingt.

Der zweite Gedanke: "Fremde Freunde in Deutschland" 

Bild © picture alliance / Presse- und Wirtschaftsdienst | Bernd Kammerer
Treffen sich ein Jude und ein Muslim in Leipzig. So könnte ein Witz beginnen, aber der Humor von Daniel Cohn-Bendit und Hasnain Kazim kommt gerade bei religiösen Fanatikern gar nicht gut an. Cohn-Bendit, staatenlos 1945 in Frankreich geboren, kam als Jugendlicher nach Hessen. Er hat in Paris 1968 für die Studenten, in Deutschland und speziell in Frankfurt für Multikulti und Die Grünen, im EU-Parlament für Europa gestritten. Kazim, 1974 geboren, stammt aus dem Alten Land bei Hamburg, aber auch aus Indien und Pakistan. Von dort kamen seine Eltern nach Deutschland, konvertierten vom Islam zum Christentum und ahnten nicht, dass ihr Sohn mal als Islamist, mal als Verräter beschimpft werden würde. Was bedeutet "Judentum" für Cohn-Bendit, was bedeutet "Islam" für Kazim? In jedem Fall: gegen religiöse Fanatiker und blinde Toleranz für die Freiheit zu streiten. Ihr Gespräch mit Natascha Freundel, einen Mitschnitt von der Leipziger Buchmesse in Kooperation mit dem Forum Offene Gesellschaft, sendet hr2-kultur am 9.4. um 15.04 Uhr.

"Das glaubt mir doch kein Mensch" 

Buchcover © Edition W GmbH, Frankfurt am Main - ISBN 9783949671258
In seinem Buch "Das glaubt mir doch kein Mensch" erzählt Adrian H. Koerfer von einer Kindheit und Jugend zwischen großem Wohlstand und brutaler emotionaler Kälte. Aufgewachsen im Schatten eines abwesenden Vaters, betreut und erzogen von Angestellten und allein gelassen von einer überforderten Mutter, wird er schließlich an die Odenwaldschule abgeschoben - einen Ort, der sich als Schauplatz systematischen Missbrauchs durch Lehrkräfte erweist. Erst als Heranwachsender findet Koerfer die Kraft, sich Gewalt und Schweigen zu widersetzen. Seine Lebensgeschichte legt die Mechanismen familiärer Verdrängung und institutioneller Macht offen. Die F. Supp's Buchhandlung in Bad Homburg lädt am 14.4. um 19.30 Uhr zu einer Lesung und einem Gespärch von Adrian H. Koerfer mit seinem Verleger Rainer Weiss ein.

Adrian H. Koerfer, geboren 1955, ist Kunsthistoriker und Germanist und war viele Jahre in leitenden Funktionen im Verlagswesen tätig, u.a. bei Klett und Suhrkamp. Als Aktivist engagiert er sich seit 2010 in Sachen Kinder- und Jugendschutz gegen sexualisierte Gewalt. Für dieses Engagement sowie seinen Einsatz zur Unterstützung der hessischen Kulturszene erhielt Koerfer 2023 das Bundesverdienstkreuz am Bande. Er lebt in Bad Homburg.

Buchtipps aus den hr2-Partnerbuchhandlungen

hr2-Partnerbuchhandlungen Bild © photocase/hr
Die hr2-Partnerbuchhandlungen halten für den Monat April wieder aktuelle Buchempfehlungen für Sie bereit. Die Buchhandlung Bindernagel in Friedberg empfiehlt "Ingeborg Bachmann – Die Widerspenstige. Ein Essay" von Ingeborg Gleichauf. Ingeborg Bachmann wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Viel ist bereits über sie geschrieben worden und immer wieder wurde sie mit Begriffen wie Diva oder Ikone belegt. Doch gleichzeitig bleibt sie unbegreiflich. 
Außerdem empfiehlt die Buchhandlung "Bücher bei Frau Schmitt" in Dietzenbach "Das Haus der Türen" von Tan Twan Eng. Der Autor nimmt uns mit auf die malaysische Halbinsel Penang der 1920er Jahre, in die lichtdurchflutete englische Villa von Robert und Leslie, in der der bereits berühmte Schriftsteller William Somerset Maugham einige Wochen verbringt.

Service & Kontakt
Haben Sie Fragen, Wünsche, Anregungen?

Zur hr2 Kultur WebseiteSchreiben Sie eine E-Mail an hr2 KulturZum hr2 Kultur Radio-StreamZum hr2 Kultur Podcast

Hörerservice:
+49 69 155-5100

Das Programm im Überblick
hr2 Ticketservice

Frequenzen
hr2-kultur können Sie über Antenne, Kabel oder Satellit empfangen.


Hessischer Rundfunk
Anstalt des öffentlichen Rechts
Bertramstraße 8
60320 Frankfurt
Deutschland
Telefonnummer: +49 69 155-5111
E-Mail: hzs@hr.de

Umsatzsteuer-ID: DE 114110440

Gesetzlicher Vertreter:
Florian Hager (Intendant)
Bertramstraße 8
60320 Frankfurt
Deutschland

Inhaltlich Verantwortlicher i.S.v. § 18 Abs. 2 MStV:
Julia Krittian (Programmdirektorin)
Bertramstraße 8
60320 Frankfurt
Deutschland

Aufsicht
Die beiden zuständigen Aufsichtsgremien des Hessischen Rundfunks sind der Rundfunkrat und der Verwaltungsrat. Der Hessische Rundfunk unterliegt der Rechtsaufsicht des Landes Hessen, die von der Hessischen Staatskanzlei wahrgenommen wird.
Datenschutz
Falls Sie den hr2-Newsletter abbestellen möchten, klicken Sie bitte hier.