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hr Religion und Kirche

Liebe Leserinnen und Leser,

"Ich habe keine Angst vor der Trump-Regierung". Das ist für mich der Satz der Woche. Laut mitreisenden Journalisten soll Papst Leo XIV. dies gesagt haben im Flugzeug auf dem Weg nach Algier, der ersten Station seiner derzeitigen Afrika-Reise. Am vergangenen Wochenende hatte der US-Präsident einmal mehr seiner gekränkten Eitelkeit Luft verschafft und wie immer in Großbuchstaben in sein Smartphone gehämmert, der Papst sei schwach, habe keine Ahnung, solle sich raushalten. Und überhaupt: Leo sei nur deshalb Papst im Vatikan weil er Präsident in Washington sei. Und das alles, weil Leo in seinen Predigten zum Frieden gemahnt hatte ("Haltet ein!") und als Wurzel der Kriege unberechenbare und aggressive "Allmachtsphantasien" ausgemacht hatte. Er werde sich auch weiterhin entschieden gegen den Krieg aussprechen, gegenüber allen Politikern, erklärte der Papst weiter. "Jemand muss aufstehen und sagen, dass es einen besseren Weg gibt". So sieht Papst Leo seine Mission.

Seit knapp einem Jahr ist er im Amt. Von Anfang an ein Papst der eher leisen Töne. Freundlich-zurückhaltend. Innerkirchlich eher ein Bewahrer als ein Reformer. Er führt sein Amt ganz offensichtlich aus einer großen inneren Freiheit heraus. Eigenständig. Er tut das, was er für richtig hält. Mit Nachdruck. Sein erster Satz, als er nach seiner Wahl auf die Loggia des Petersdoms trat: "Friede sei mit Euch!" Das ist seine Mission nach außen. Auch die vertritt er in eher leisen Tönen. Aber nachdrücklich. Und angstfrei. Ich muss gestehen, von dieser inneren Freiheit wünsche ich mir mehr bei den europäischen Politikern.

Wir werden Mitte Mai ausführlich auf das erste Amtsjahr von Papst Leo blicken in unserer Sendung "Camino" in hr2-kultur. Und wie es aussieht, wird unser Korrespondent in Rom bis zur letzten Minute beobachten müssen, was sich noch Spannendes tut in der Auseinandersetzung zwischen Machtgehabe und Sanftmut.

Aber schon in diesen Tagen schicken wir drei Bücher auf den Weg. Werner Tiki Küstenmachers Lebenserzählung "Einfach Tiki" haben wir verlost nach unserer Sendung "Lebenswert" am Karfreitag. Die Gewinner-Exemplare gehen raus nach Weilrod, Idstein und ins baden-württembergische Spechbach. Dass wir auch dort Hörerinnen und Hörer haben, freut uns sehr.

Herzlich grüßt 
Lothar Bauerochse, hr Religion & Kirche

Gegen die lauten Kraftprotze: Die besondere Kraft der Schwachheit

hr1 am Sonntagmorgen | 19. April, 6 – 10 Uhr
Kommen die Schwachen unter die Räder? © dpa/picture-alliance 
An vielen Orten begegnen uns derzeit die eher lauten Töne der angeblich Stärkeren. Auch im Alltag, selbst in persönlichen Beziehungen. Kommt nur noch weiter, wer die Ellenbogen ausfährt? Oder gibt es doch eine besondere Macht der Schwachheit? Welche Stärke üben zum Beispiel Frauen ein, die Selbstverteidigung üben? Wie gelang es dem angeblich schwachen Geschlecht, den Frauen, auch in der Männerdomäne Fußball ihren Platz zu erkämpfen und zu behaupten? Und ist es womöglich dringend nötig, dass wir wieder sanfte, gewaltfreie Formen der Kommunikation erinnern und einüben? Ein Sonntagmorgen in hr1 rund um die besondere Kraft der Schwachheit.

Von der Kur in den Tod – Nachfahren jüdischer Familien kehren zurück nach Bad Soden 

Camino | hr2-kultur | Sonntag, 19. April, 11:30 Uhr
Camino | hr INFO | Sonntag, 19. April, 13:05 Uhr
Blick durch das eiserne Tor in den Jüdischen Friedhof in Bad Soden
Das Tor zum jüdischen Friedhof in Bad Soden © Stadtverwaltung Bad Soden
Bad Soden am Taunus ist heute eine wohlhabende Gemeinde im Speckgürtel von Frankfurt. Früher war das Städtchen ein gediegener Kurort – auch für jüdische Patienten. Es gab jüdische Hotels, die israelitische Kuranstalt für Lungenkranke und eine rege jüdische Gemeinde. Spätestens mit der Pogromnacht 1938 aber war Bad Soden fest in der Hand der Nationalsozialisten. Heute erinnern Ehrenamtliche an die Geschichte. Und auch die Nachfahren von jüdischen Familien, die inzwischen in Amerika und Israel leben, interessieren sich für das, was einmal war.

Neustart in Oberursel – Wie sich eine blinde Frau auf ihren Beruf als Pfarrerin vorbereitet

hr4 | Gemeindeporträt | Sonntag, 19. April, 8:40 Uhr
die Vikarin Brigitte Buchsein im Sommerkleid vor dem Altar
Die blinde Vikarin Brigitte Buchsein © Ev. Kirchengemeinde Oberstedten
Mitten im Leben noch einmal neu anfangen. Darüber denken viele Menschen nach. Die 57-jährige Brigitte Buchsein hat das getan. Sie schlägt einen völlig neuen Berufsweg ein: von der IT-Ingenieurin zur Theologin, um als Pfarrerin Gottes Wort zu predigen. Nach ihrer Vorbereitungszeit für angehende Pfarrer soll sie im Sommer in der Kirchengemeinde in Oberursel-Oberstedten selbst als Pfarrerin arbeiten. 

Das Leben ist nicht schwarz-weiß – Die christlichen Musiker Judy Bailey und Patrick Depuhl

Camino | hr2-kultur | Sonntag, 26. April, 11:30 Uhr
Camino | hr INFO | Sonntag, 26. April, 13:05 Uhr
die beiden Musiker Judy Bailey und Patrick Depuhl im Bühnenlicht
Judy Bailey und Patrick Depuhl © Imago/Reichwein
Im kleinen Örtchen Alpen am Niederrhein lebt das christliche Musikerpaar Judy Bailey und Patrick Depuhl. Beide haben eine spannende Vergangenheit. Sie stammt aus Barbados, hat weltweit Gospel-Konzerte gegeben, er ist in Duisburg und Dallas aufgewachsen. In ihrer Herkunftsgeschichte haben sie Dramatisches entdeckt: Ihre Wurzeln reichen bis in die Zeit der Sklaverei zurück, seine sind geprägt von einem "Lebensborn"-Heim der Nazis. Aus diesen Erfahrungen ziehen die beiden eine klare Haltung: weg vom Schubladendenken, hin zu einem offenen Blick auf das wundervoll bunte Leben. 

Liebe und Halt geben, wenn es am nötigsten ist – Sonja ist Pflegemutter in Bereitschaft

YOU FM | Porträt | Sonntag, 26. April, ca. 9:15 Uhr
Sonja Spangenberg mit Babyflasche in ihrer Küche
Bereitschaftsmutter Sonja © privat
Wenn das Jugendamt anruft, muss es schnell gehen. Dann öffnet Sonja aus der Nähe von Frankfurt ihr Zuhause für Kinder, die nirgendwo sonst hingehen können. Gemeinsam mit ihrer Familie nimmt sie Kinder in Bereitschaftspflege auf – oft kleine Menschen, die schon mehr erlebt haben, als ihnen guttut. Damit gibt sie den Kindern Halt, wenn sie ihn am dringendsten brauchen.

Mit Gott gegen die Demokratie – christlicher Nationalismus in den USA 

hr2-kultur | Doppelkopf | Montag, 27. April, 12:05 Uhr und 23:05 Uhr sowie als Podcast in der ARD Sounds-App
Porträt von Arnd Henze
Arnd Henze, Autor und berufenes Mitglied der 13. Synode der EKD © Annika Graeff
Sie rufen "Christ is King" und wollen Staat und Gesellschaft in eine Theokratie umwandeln. In Donald Trump sehen sie den von Gott gesandten Rächer, während sich sein Kriegsminister Pete Hegseth mit nacktem Oberkörper als "Christian Warrior" inszeniert. Arnd Henze, Autor des Buches "Mit Gott gegen die Demokratie", spricht mit Gastgeber Philipp Engel darüber, welche enorme Rolle christliche Nationalisten in der US-Politik spielen und warum er die USA auf direktem Weg in eine autokratische Theokratie sieht.

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